Virale Worte zum #Corona Virus - Oliver Kalkofe

23 Views · Published on Sat, 11 April 2020 · Anstalt.TV ✯ Kabarett ✯

Tja, was soll ich sagen? Warum soll ich überhaupt etwas sagen? Ich bin kein Virologe, kein Politiker, kein Experte, ich kann nicht mal ein Instrument spielen…

Aber ich mache mir natürlich auch meine Gedanken – und habe gerade kaum jemand, mit dem ich sonst sprechen kann.

Denn wie die meisten von uns werde ich momentan isoliert von der Welt, auf der ich wohne, und sehe zu, wie diese komplett umgekrempelt und innerhalb weniger Wochen so verändert wird, wie noch niemals zuvor in meiner oder unserer Realität.

Denn ich denke mal, fast wir ALLE hier Geborenen unter 60 kannten solche Szenarien höchstens aus unserer Geschichte, der Zeit nach dem Krieg, oder aus dystopischen Zukunftsvisionen aus Büchern oder Filmen – nur die waren immer relativ schnell wieder vorbei, man kehrte zurück in den Alltagund sagte sich: Wie gut dass wir das nicht miterleben mussten – oder: na so furchtbar wird es hoffentlich nie werden, solange ich noch lebe.

Gut, jetzt sind wir auf einmal mittendrin in so einem Film, dessen Ausgang wir nicht kennen und den wir nicht einfach anhalten können.

Und da müssen wir alle gemeinsam durch – und das ist ja gerade das Absurde, denn auch wenn wir gerade körperlich voneinander getrennt werden, so können wir diese ganze Krise nur überstehen, wenn wir andererseits mit unseren Gefühlen, unserem Verstand und unserem Verständnis füreinander ganz nah beieinander sind.

Auch wenn wir durch die Kontaktsperre zur Isolation gezwungen werden – allein kann das keiner überstehen. Wir brauchen einander mehr denn je – und mehr denn je sind wir darauf angewiesen, dass wir uns umeinander kümmern.

Nicht nur im Krankheitsfall, sondern in allen Belangen unseres Lebens –denn so seltsam das klingen mag: ohne eine funktionierende Gemeinschaft funktioniert auch kein Existieren in der Isolation.

Das war uns bislang nicht wirklich immer bewusst. Aber jetzt ist definitiv nicht mehr die Zeit für Egoisten, Pauschalisten, Betrüger, Abzocker, egomanische Instagram-Models, Internet-Trolle, Lügner, Fake-News-Verbreiter, Realitätsverweigerer, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Rassisten, Reichsbürger, Zyniker, Misanthropen, Hetzer und Arschlöcher aller Art.

Die enttarnen sich gerade selber, schneller denn je – denn ganz plötzlich wird unser Hirn neu kalibriert, wir müssen uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren und haben einfach keine Zeit mehr für Leute, die Scheiße reden oder sich Scheiße verhalten.

Ehrliche und fleißige Kassiererinnen, Bäcker und Krankenpfleger sind für uns alle wieder wichtiger als grinsende Top-Models, erfolgreiche Börsen-Makler und mit dem Schicksal anderer zockende Finanz-Spekulanten.

Wie schön eigentlich. Dieser Prozess ist zwar noch lange nicht abgeschlossen und auch noch nicht überall angekommen, aber er ist in Gang gesetzt. Und der lässt sich auch nicht ganz so schnell wieder umkehren. Auch wenn irgendwann hoffentlich das Schlimmste überstanden ist und die Menschen wieder langsam zu ihrer gewohnten Realität zurückkehren können – es wird nie wieder so sein wie vorher.

Und das meine ich keineswegs negativ, im Gegenteil. Ein großer Teil von uns wird anders mit sich, seiner Zeit, anderen Menschen, den eigenen Prioritäten und Werten anders umgehen als vorher,wir werden vieles, was wir bisher als selbstverständlich ansahen, anders wertschätzen.

Dinge, die wir sonst als zwingend notwendig empfanden, werden uns völlig unnötig erscheinen, einiges wird es vielleicht gar nicht mehr geben, vieles werden wir uns nicht mehr leisten können, eine ganze Menge wird uns einfach nicht mehr interessieren, was uns vorher wichtig war – und umgekehrt.

Wer schon immer ein egoistisches Arschloch war und keinen gedanklichen Neuanfang zulässt, der bleibt wahrscheinlich auch eins – kann uns aber vielleicht nicht mehr ganz so leicht davon überzeugen, dass er eigentlich eintoller Typ ist. Mit etwas Glück werden wir einfach wieder etwas aufmerksamer, bewusster und – altmodisch gesagt – dankbarer und demütiger.

Oder pauschalisierend simpler ausgedrückt: vielleicht sind wir dann einfach nicht mehr ganz so egoman, ignorant und blöd wie vorher.

Und hören auch mal wieder zu und denken nach, bevor wir lautstark unsere Meinung sagen, noch bevor wir sie überhaupt bilden konnten.

Das ist jedenfalls meine ganz große Hoffnung. Nicht, dass alles ganz schnell vorbei ist, sondern dass es gut endet und uns zu etwas Positivem führt.

Dass wir daraus lernen, und nicht nur so bald wie möglich wieder die gleichen Fehler wie vorher von neuem beginnen.

Und ja – lasst uns ehrlich sein – es wird keine leichte Zeit werden, und es wird dauern, der Film hat gerade erst begonnen – und ich befürchte, er hat Überlänge.

Vielleicht wird es sogar ein Mehrteiler, oder es kommen einige unerwartete Spin-Offs. Wer weiß. Denn auch das ist neu: wir wissen es nicht. Wir alle haben keine Ahnung.

Aber wir sehen einmal mehr, wie wichtig es ist, wenigstens zu versuchen, Dinge so gut es geht zu verstehen.

Denn dass wir alle auf der ganzen Welt, genauso wie ich, noch vor so wenigen Wochen unsere Situation so vollkommen anders eingeschätzt und verharmlost haben, lag zum größten Teil daran, dass wir sie einfach nicht richtig verstanden haben – und erst mal auch gar nicht verstehen wollten.

Ich hielt es für übertriebene Panik, eine Krankheit, die uns als starke Form der Grippe vorgestellt wurde – und es hat lange gedauert, bis ich begreifen konnte, dass gar nicht die Auswirkungen des Virus an sich sondern seine aggressive und schnelle Verbreitung die größte Gefahr darstellt.

Aber wir alle müssen gerade täglich lernen, die aktuelle Situation immer wieder neu zu realisieren und gegebenenfalls auch wieder komplett neu einzuordnen.

Auch wenn wir vielleicht manchmal das Gefühl haben, nur immer wieder das Gleiche zu hören.

Ja, und ich bin ganz ehrlich, das kann einem irgendwann auch auf den Sack gehen.

Ich habe schon mehrfach gedacht: der nächste, der mir sagt ich soll nicht vergessen, die Hände zu waschen, der kriegt eins in die Fresse!

Aber mach das mal mit zwei Meter Abstand… Ist allerdings auch egal – denn in der jetzigen Situation höre ich selbst das lieber zehnmal zu oft als einmal zu wenig.

Im Moment gilt ‚Kuss in die Armbeuge‘ nun mal mehr als ‚Fick dich ins Knie!‘

Und auch wenn man irgendwann befürchtet, es sei nur noch eine Plattitüde – nein, man kann den vielen Menschen momentan gar nicht oft genug Danke sagen, die gerade ihren Job machen und für uns andere da sind.

Alles andere wäre einfach falsch. Punkt. Deshalb: Danke, Danke, Danke!

An alle, die für uns da draußen arbeiten und ihre Gesundheit riskieren – undauch an alle, die für uns einfach zuhause bleiben.

Hey, ist doch auch cool – einfach mal mit dem Arsch auf dem Sofa bleiben war noch nie so heldenhaft wie heute, man muss immer das Positive sehen!

Und das sollten wir uns vielleicht zum Abschluss auch einfach alle zu Herzen nehmen:nämlich aus der jetzigen Krise zu versuchen, selbst im Schlechten die Möglichkeit zum Guten zu erkennen und das Beste daraus zu machen.

Ehrlich gesagt ist das sogar unsere einzige Chance.

Denn ja, die Situation ist Scheiße – darüber müssen wir gar nicht diskutieren, und wer was anderes sagt, der lügt – aber: wir können sie gerade auch nicht ändern.

Jedenfalls nicht kurzfristig, nicht allein und nicht indem wir uns darüber aufregen.

Aber wir können versuchen, die unfreiwillig geschenkte Zeit und Ruhe sinnvoll zu nutzen, für uns und – bevor man sich langweilt – ruhig auch mal für andere.

Wenn man nichts anderes zu tun hat, einfach mal überlegen, wie man denenhelfen kann, die dringend Hilfe brauchen, egal ob Kranke, Ältere, Obdachlose, oder wer auch immer.

Wie man denen unter die Arme greifen kann, die gerade um ihre Existenz kämpfen – wie zB Theater, Künstler, Friseure, Dienstleister aller Art, Restaurants, usw, die alle unser Leben immer wie selbstverständlich angenehmer und schöner gemacht haben und jetzt unsere Unterstützung brauchen.

Oder ganz allgemein, was kann man tun für diese ominöse ‚Gesellschaft‘, dieeinem eigentlich immer nur etwas schuldete und an allem schuld war, aber von der man andererseits jetzt auch selbst Hilfe erwartet und zu der man ganz plötzlich auch wieder selber gehört. Komische Situation das Ganze – aber andererseits in vielen Aspekten auch gar nicht so schlimm wie es sich auf den ersten Blick anhört.

Nur halt ungewohnt. Und das ist ja das wirklich Tolle bisher: es ist teilweise unglaublich, wie viele Menschen auf einmal wieder aktiv und kreativ werden, ihr träge schlummerndes Hirn wieder anschmeißen und entdecken, zu was sie alles fähig sind. Großartig. Weiter so.

Das macht nämlich Mut und Hoffnung. Und die sollten wir niemals verlieren – genau so wenig wie unseren Humor.Niemand kann alles leisten und allen helfen, aber JEDER kann IRGENDETWAS und kann versuchen, diese Fähigkeit zu benutzen, für sich und für andere.

Im Grunde ganz einfach, aber machbar.So, und das ist dann auch schon das Ende meiner kleinen Predigt.

Sorry, hat leider etwas länger gedauert – aber Zeit haben wir ja gerade. Nutzen wir sie deshalb.

Denn auch wenn wir viel Trauriges in den nächsten Wochen leider nicht werden verhindern können – es liegt in unseren Händen, wie es danach weitergeht.

Danke fürs Zuhören, bleiben Sie alle gesund und helfen Sie anderen, es auchzu bleiben. Ach ja – und Hände waschen nicht vergessen!

Ganz wichtig… Tschüß.

Eine Produktion von KalkTV und fairmedia im Auftrag von Tele 5.

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